Die Waldorfpädagogik

In Waldorf-Kindergärten (und -Schulen) wird eine Pädagogik umgesetzt, die auf der anthroposophischen Weltanschauung von Rudolf Steiner beruht.
Der erste Waldorfkindergarten wurde 1926 in Stuttgart eröffnet; zur Zeit gibt in Deutschland über 500 Kindertageseinrichtungen, die nach diesem Konzept arbeiten. In eigenen Aus- und Weiterbildungseinrichtungen werden die in den Einrichtungen tätigen Fachkräfte augebildet.
Das anthroposophische Menschenbild und ein darin begründetes spezifisches Menschenbild des Kindes und dessen Entwicklung sind die Grundlage jeder Waldorf-Pädagogik.

Demnach hat jedes Kind einen Anspruch auf Individualität, Erziehung ist immer „Entwicklungs-Hilfe“ für das Kind und zwar durch das Vorbild der ErzieherIn.

Waldorf-Pädagogik hat kein spezielles Programm, sondern lebt ausschließlich von der jeweils konkreten und einmaligen Beziehung zwischen Kind und PädagogIn. Kernelemente des pädagogischen Konzeptes sind der rhythmisierte Tages- und Wochenablauf sowie der sehr enge Bezug zu den Jahreszeiten und der Natur allgemein.
Lernen geschieht durch Teilhabe an lebenspraktischen Tätigkeiten wie z.B. Essenszubereitung, raumpflegerische, handwerkliche Tätigkeiten sowie Gartenarbeit. Gern benutzte Materialien sind Naturmaterialien wie Wolle, Filz, Tücher, Körbe und ähnliches.
Künstlerische Aktivitäten wie Zeichnen, Aquarellmalen, Musik, Schauspiel und eine von Rudolf Steiner entwickelte spezifische Bewegungsart, die Eurythmie, haben einen hohen Stellenwert in den Einrichtungen.
Auch die nach anthroposophischen Gesichtspunkten am Kind orientierte Ästhetik der Raumgestaltung ist ein Spezifikum der Waldorf-Einrichtungen.
Die Eltern werden an der Gestaltung und Pflege der Tageseinrichtung beteiligt.

Der pädagogische Ansatz der Waldorf-Kindergärten unterscheidet sich aufgrund ihrer weltanschaulichen Gesamtausrichtung von den allgemein bekannten pädagogischen Ansätzen in der Elementarpädagogik und wird genau aus diesem Grund gesucht.